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7. April 2018

1. FC Köln

Eine Fiale vom Kölner Dom für den 1. FC Köln

In der Halbzeitpause des Bundesligaspiels des 1. FC Köln gegen den 1. FSV Mainz 05 am 7. April 2018 hat Dompropst Gerd Bachner in Gegenwart des FC-Präsidiums Werner Spinner, Markus Ritterbach und Harald Schumacher sowie des FC-Geschäftsführers Alexander Wehrle eine Fiale des Kölner Domes gesegnet. Bei der Feierlichkeit waren unter anderem auch der Dom- und Stadtdechant Robert Kleine und Dombaumeister Peter Füssenich zugegen. Die Fiale hatte der 1. FC Köln von der Kölner Dombauhütte erhalten. Sie symbolisiert gleichsam die enge Verbundenheit des Vereines und des Kölner Domes und steht in der Geißbock-Loge des RheinEnergieSTADIONs, in der der 1. FC Köln unter anderem die Vertreter der Gastvereine empfängt. Die Fiale ist auf einem Sockel montiert, den Mitarbeiter der Kölner Dombauhütte mit dem Wappen des 1. FC Köln geziert haben.

Dompropst Gerd Bachner und Domdechant Robert Kleine weihen die Domfiale in der Geißbock-Loge des RheinEnergieSTADIONs.Bild vergrößernSegnung der Fiale durch Dompropst und DomdechantFoto: Hohe Domkirche, Dombauhütte, Peter FüssenichDie Beziehungen zwischen der Kölner Kathedrale und dem 1. FC Köln sind vielseitig. So findet seit 2014 im Dom zum Start der neuen Fußballsaison eine »Andacht für alle Fußballfreunde« statt, die sich insbesondere bei vielen FC-Fans großer Beliebtheit erfreut. Der Geißbock des 1. FC Köln ziert sogar schon seit über 50 Jahren eine Fiale im Strebewerk des südlichen Langhauses. Der damalige Dombildhauer Werner Meurer hat sie nach der ersten Deutschen Meisterschaft des 1. FC Köln 1962 gefertigt. 1966 gestaltete der Bildhauer Engelbert Davepon in Erinnerung an die zweite Meisterschaft 1964 ein Kapitell das Fußballspieler des 1. FC Köln zeigt. 2017 stiftete der 1. FC Köln zudem einen Stern im Rahmen des Generationenprojektes »11.000 Sterne für den Kölner Dom« der Kulturstiftung Kölner Dom.

»Der Dom und der FC repräsentieren gleichsam Herz und Seele Kölns«, sagt Dompropst Gerd Bachner. »Wir freuen uns, dass vor dem ersten Heimspiel jeder Saison so viele Fans den Weg in den Dom finden. Da ist es nur angemessen, dass nun auch ein Stück Dom das RheinEnergieSTADION bereichert – als Zeichen unserer Freundschaft und unseres Zusammenhalts. Dem FC und all seinen Fans wünsche ich Gottes reichen Segen – und allzeit gute Sicht auf unseren Dom.«

Hintergrundinformationen zur Fiale

Das Kapitell wurde 1966 von Bildhauer Engelbert Davepon in Erinnerung an die zweite Deutsche Meisterschaft des 1. FC Köln 1964 geschaffen.Bild vergrößernFußballspielerkapitellFoto: Hohe Domkirche, DombauhütteDie zu Anfang der 1860er Jahre aus Schlaitdorfer Sandstein geschlagene Fiale wurde im Zuge der Strebewerkssanierung 2002 vom Bauwerk abgenommen und ist inzwischen durch eine Kopie aus Božanov-Sandstein aus Tschechien ersetzt. Sie befand sich auf einer Höhe von etwa 39 Metern und diente als kleine Begleitfiale eines großen Fialaufbaues über dem Strebepfeiler H 8 (der zweite Strebepfeiler auf der Westseite des Südquerhauses von der Fassade aus).

Fialen, eine typisch gotische Schmuckform, sind schlanke spitze Türmchen, die zumeist den oberen Abschluss von Strebepfeilern oder Baldachinen bilden. Im Strebewerk einer Kathedrale dienen sie auch als schweres Auflager, um die diagonal über die Strebebögen auf die Pfeiler geleiteten Schub- und Druckkräfte der Gewölbe und des Windes nach unten abzuleiten. Sie haben hier also eine wichtige statische Funktion. Am Dom finden sich unzählige Fialen. Die größten haben eine Höhe von etwa 18 Metern, die kleinsten sind nur wenige Zentimeter groß. Zählt man alleine die über drei Meter großen Fialen des Domes, kommt man bereits auf eine Anzahl von etwa 1.125 Stück.

Der Geißbock wurde nach ersten Deutschen Meisterschaft des 1. FC Köln 1962 von Dombildhauer Werner Meurer geschaffen.Bild vergrößernGeißbock an einer Fiale des LanghausstrebewerksFoto: Hohe Domkirche, Dombauhütte, Jennifer RumbachSchlaitdorfer Sandstein stammt aus der Umgebung von Esslingen in Baden-Württemberg und wurde am Dom bis 1871 verwendet. Fast der gesamte Bereich der Hochschiffwand und des Strebewerks von Lang- und Querhaus wurde aus diesem Stein errichtet. Nicht zuletzt durch die Umweltbelastungen der vergangenen 150 Jahre ist der Schlaitdorfer Sandstein in vielen Partien sehr stark verwittert. Dies ist auch an der Fiale im RheinEnergieStadion deutlich zu erkennen.

Matthias Deml