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7. Juli 2017

Domausstattung

Heimkehr der Heiligen

Auf dem Altar stehen nun wieder die Skulpturen der Gottesmutter Maria sowie der hl. Kölner Bischöfe Anno und Agilolphus.Bild vergrößernHl. AnnoFoto: Hohe Domkirche, Dombauarchiv, J. RumbachNach über 30 Jahren kehren die Figuren der Gottesmutter sowie der heiligen Bischöfe Agilolphus und Anno auf den Agilolphusaltar zurück.

Nachdem bereits 2012 die langjährige Restaurierung der zahlreichen Figurengruppen im zentralen Schrein des Agilolphusaltares abgeschlossen werden konnte, sind in dieser Woche auch die drei bekrönenden Figuren des Altares an ihren Ursprungsort zurückgekehrt. Erstmals seit etwa 30 Jahren ist somit der Agilolphusaltar wieder weitgehend vollständig zu erleben. Es fehlt lediglich das äußere Flügelpaar des Retabels, das bereits im 19. Jahrhundert in Einzeltafeln zerschnitten wurde, die heute teilweise verschollen, teilweise in Sammlungen weltweit verstreut sind. Der 1521 entstandene Altar zählt zu den bedeutendsten und größten Antwerpener Schnitzaltären Europas. Eine Besonderheit ist, dass sich weite Teile der ursprünglichen Farbfassung erhalten haben.

Während im Rahmen der jüngsten Restaurierung bei den Figuren des Altarschreines die unter der Überfassung des 19. Jahrhunderts erhaltene, originale mittelalterliche Farbfassung freigelegt werden konnte, war dies bei den drei bekrönenden Figuren leider nicht möglich. Vor der Überfassung waren hier die originalen Farbschichten abgelaugt worden. Die Restaurierung der Figuren in der Restaurierungswerkstatt Atelier Paulusstraße in Bonn unter Leitung von Dipl.-Rest. Katharina Liebetrau beschränkte sich daher im Wesentlichen auf eine Reinigung und Festigung der Farbfassung des 19. Jahrhunderts sowie auf kleinere Retuschen.

Der bedeutende Antwerpener Schnitzaltar ist nun wieder fast vollständig zu sehen.Bild vergrößernAgilolphusaltar HochfeiertagsseiteFoto: Hohe Domkirche, Dombauarchiv, J. RumbachDer Agilolphusaltar entstand um 1521 für die hinter dem Domchor gelegene Stiftskirche St. Maria ad Gradus. Bis kurz nach der Säkularisation des Stiftes 1802 stand er als Hochaltar im Ostchor der Stiftskirche und gelangte vor deren Abbruch 1817 über die Sammlung Wallraf in den Kölner Dom. An seinem heutigen Standort im Südquerhaus steht der Altar seit 1864. Die drei, etwa 1,20 m hohen, den Altar bekrönenden Figuren stellen die Kirchenpatronin, die Gottesmutter Maria, den heiligen Gründer der Stiftskirche, Erzbischof Anno, und den heiligen Kölner Bischof Agilolphus dar, dem der Altar geweiht ist und dessen Reliquienschrein er ursprünglich barg. Heute steht der im frühen 20. Jahrhundert neu geschaffene Reliquienschrein des Heiligen in einer Glasvitrine links neben dem Altar. 

Matthias Deml