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7. Dezember 2016

Verlag Kölner Dom - Neuerscheinung

Wasserspeier des Kölner Domes

Am 7. Dezember 2016 erschien im Verlag Kölner Dom ein Bildband von Klaus Maximilian Gierden zu den Wasserspeiern des Kölner Domes.Bild vergrößernWasserspeier des Kölner DomesFoto: Verlag Kölner DomAm 7. Dezember 1996, heute vor genau 20 Jahren, wurde der Kölner Dom in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. In der vorausgegangenen Empfehlung von ICOMOS wurde nicht nur die herausragende historische und kunsthistorische Bedeutung des Baues und seiner hochrangigen künstlerischen Ausstattung hervorgehoben, sondern auch die hochqualifizierte Arbeit der Kölner Dombauhütte gewürdigt, deren Mitarbeiter ihr Fachwissen und ihre Fähigkeiten von Generation zu Generation weitergeben.

Es trifft sich daher gut, dass pünktlich zum 20. Jahrestag im Verlag Kölner Dom ein Buch erscheint, das die Arbeit der Kölner Dombauhütte über die Jahrhunderte auf eine ganz besondere Weise darstellt. Mehrere Monate hat sich der Kölner Fotograf Klaus Maximilian Gierden bei unterschiedlichsten Witterungsverhältnissen intensiv mit den Wasserspeiern des Domes beschäftigt und ihnen in seinen Fotografien Leben eingehaucht. Daraus ist eine faszinierende Sammlung brillanter Schwarz-Weiß-Fotografien entstanden, die nun im Verlag Kölner Dom in Buchform vorliegt und den Betrachter dazu einlädt, den Kölner Dom aus einer ungewohnten Perspektive kennenzulernen. Ergänzt werden die Bilder durch Texte der Kunsthistoriker des Dombauarchives Dr. Klaus Hardering und Matthias Deml.

Zwei Wasserspeier des 19. Jahrhunderts an der Südquerhausfassade des Kölner Domes.Bild vergrößernZwei Wasserspeier im GesprächFoto: DBA Köln, Klaus Maximilian GierdenUnzählige in Stein gebannte Mischwesen, Dämonen und andere Fantasiegestalten blicken aus großer Höhe von den Strebepfeilern und Mauern der Kölner Kathedrale auf die Menschen hinab. Ihre vorrangige Aufgabe ist es, die zerstörerische Kraft des Wassers vom Mauerwerk und von den empfindlichen Fenstern des Domes fernzuhalten. In einer Zeit entstanden, in der der Dämonenglaube weit verbreitet war, hatten sie im Mittelalter darüber hinaus auch eine hohe symbolische Bedeutung. Zum einen sollte das Böse überwunden werden, indem es in den Dienst für die Kathedrale gezwungen wurde, zum anderen hatten die Wasserspeier eine apotropäische Funktion. Das heißt, man wollte das Böse vom Bau abhalten, indem man ihm den Spiegel vorhielt. Orientierten sich die Wasserspeier im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch stark an ihren mittelalterlichen Vorbildern, waren die Steinmetzen der Dombauhütte in den ersten Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg bei ihrer Gestaltung sehr viel freier und schufen betont moderne Wasserspeier.

Mittelalterliche Wasserspeier am Domchor während eines Regengusses.Bild vergrößernMittelalterliche Wasserspeier in FunktionFoto: DBA Köln, Klaus Maximilian GierdenEs waren Generationen von professionellen Handwerkern, die seit dem Mittelalter die Kölner Kathedrale erbaut haben. Während die Namen der Dombaumeister zumeist bekannt sind, blieben die zahllosen Steinmetzen, die über die Jahrhunderte den Bauschmuck und somit auch die faszinierenden Wasserspeier schufen, in der Anonymität. Erst seit dem 19. Jahrhundert sind die Namen der Bildhauer vereinzelt, seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts vollständig bekannt.

Matthias Deml